Not macht erfinderisch

Lange ist es her. Es tut mir auch schon wieder ziemlich leid, dass ich ewig nicht mehr geschrieben habe. Meine Geschichte, an der ich sitze, hielt mich wieder davon ab, hier zu schreiben.

Zudem habe ich immer wieder überlegt, diesen Blog zu löschen. Wer liest ihn überhaupt? Wen würde es stören, wenn er nicht mehr da wäre?Ich war letztens sogar schon dabei, meinen Blog zu löschen…Ich konnte es aber nicht. Irgendwie ist er ein Teil von mir. Ganz egal, wer ihn liest oder nicht liest. Dieser Blog ist trotz allem wichtig für mich.

Hier kann ich meine Gedanken heraus lassen. Hier kann ich Projekte zeigen, für die sonst keiner zu begeistern wäre. Ich kann es den meisten auch nicht verübeln, dass sie sich nicht das gefühlt tausendste Projekt von mir anschauen wollen. Aber auf disem Blog kann ich es zeigen.

So…Das wollte ich einmal loswerden.

Wie dem auch sei. Ich habe in letzter Zeit viel für meine Geschichte am Computer recherchiert. Allerdings musste ich dafür weniger lesen, als hören. Demnach kam es oft vor, dass ich mit meinem Kopfhörer vor dem PC saß. Dabei hatte sich ständig das Kabel verheddert, was ziemlich nervte. Als dann auch noch die GZSZ-Wiederholungen nicht mehr auf dem Fernseher verfügbar waren, musste ich sie online über rtl now gucken. Grrrmpf…Hätte ich doch bloß nicht die ganze Zeit geschrieben, anstatt GZSZ zu gucken. Nun gut…Ich saß also am PC und sah mir eine Folge GZSZ an. Das fühlte sich falsch an. Etwas fehlte…WOLLE. Ich schnappte mir mein aktuelles Projekt und begann zu häkeln.

Munter häkelte ich darauf los…als plötzlich mein altbekannter Feind sich mit meinem neuen Feind zusammen tat…—> Wollkotze deluxe entstand!

Ihr könnt hier super die Kabel erkennen, wie sie sich hinterhältig mit meiner Wollkotze zu besagter Wollkotze deluxe formierten! Was konnte ich tun? Nicht viel. Lange Zeit hatte ich nicht die Nerven, das Gebündel zu entwirren.

Dann hatte ich einen Termin und brauchte dringend ein Projekt zum Mitnehmen. Meine Wollkotze deluxe konnte ich nicht mitnehmen. Sie hing zu sehr mit dem Kabel zusammen. Also ließ ich sie zuhause. Es musste schnell gehen. Deswegen schnappte ich mir nur noch meine Handarbeitstasche und ein Knäuel Baumwolle. Als ich im Bus meine Wolle verarbeiten wollte, wurde ich bitter enttäuscht. Da, wo sonst Häkelnadel und Stricknadeln zu finden waren, befanden sich nun Taschenrechner, Maßband und Stifte! Was war nur los mit mir?! Wie konnte es angehen, dass ich in meiner Handarbeitstasche nicht eine mickrige Häkelnadel dabei hatte?

Was nun? Ich wollte unbedingt etwas häkeln, während meiner 20-minütigen Busfahrt. Irgendwann habe ich mal etwas von Fingerhäkeln gehört. Für meine Anfangsmaschen nutze ich am liebsten Luftmaschen, die ich mit den Fingern gehäkelt habe…Aber feste Maschen?! Ich fing an, eine laaaange Kette Luftmaschen anzuschlagen. Danach kam der Moment…Ich häkelte zum ersten Mal in meinem 26-jährigen Leben eine feste Masche mit meinen Fingern. Bahnbrechend! Zuerst dachte ich, ich würde mir meine Finger brechen. Aber dem war nicht so! Es brauchte ein wenig Übung. Schließlich wurde ich mit einem wunderschönen Muster belohnt.

mein Bild, meine Arbeit, mein Körper, meine Idee

Das Muster gefällt mir sogar so gut, dass ich mich entschieden habe, ein größeres Projekt damit zu machen. 🙂 Schon irre, dass ich noch nie auf die Idee kam, mit meinen Fingern feste Maschen zu häkeln. Ich habe übrigens immer nur in ein Maschenglied „eingestochen“. Ich finde es so viel einfacher.

Neben diesem tollen Muster bietet Fingerhäkeln noch mehr Vorteile:

  1. Weniger Verletzungsgefahr im Bus/Auto (Finger hat man so oder so dabei ;))
  2. Weniger Material, was kaputt gehen kann (außer eventuellem Muskelkater vom Häkeln)
  3. Simpel…Man muss sich keine Gedanken mehr um die richtige Nadelgröße machen und es ist unwichtig, wie man die Nadel hält, da es sich um die eignen Finger handelt.
  4. Ohne viel Aufwand ein wunderschönes Muster.
  5. Schneller Erfolg garantiert durch große Schlaufen.
  6. Weniger Material, was vergessen werden kann.

🙂 Ich habe nicht nur im Bus damit gehäkelt, sondern auch im Auto, was wir ausnahmsweise mal hatten. Jetzt ist es wieder weg, aber nun weiß ich, dass es eine Möglichkeit gibt, risikoarm in einem fahrenden Vehikel zu häkeln. 🙂

Gleich geht es raus an die frische Luft! Wünsche euch allen einen schönen sonnigen und wolligen Dienstag! 🙂

Liebe Grüße

Rini

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