Wolle oder nicht Wolle, das ist hier die Frage!

Guten Abend ihr Lieben,

Ich stehe bei Karstadt und möchte eigentlich schauen, ob es dort gute Brotbackformen gibt. Durch zahlreiche Rolltreppen komme ich schließlich in meine „gefährliche Abteilung“. Vor mir türmen sich die Wollknäuel in allen erdenklichen Farben und Qualitäten.

Obwohl ich weiß, dass ich mir ein Kaufverbot auferlegt habe, fasse ich die Wolle an. Immer wieder habe ich zarte Merinoknäule in der Hand und stelle mir vor, wie es wäre, damit etwas zu stricken. Das Gefühl, neue Wolle in der Hand zu haben, ist etwas ganz Besonderes. Die Banderole ist noch dran und ich lasse meinen Blick über die Zusammensetzung meines Knäuels schweifen. Ein Wort genügt und ich lege sie reumütig zurück: Polyacryl. *Argh*! Diese Plastikwolle möchte ich nun wirklich nicht. Jeder kann es handhaben, wie er möchte, aber ich mag das Gefühl nicht und den Tragekomfort. Mit dem Gedanken, dass die meiste Wolle eh nur aus Plastik bestehen wird, wandere ich am Regal entlang. Mir fällt ein blassrosé-farbenes Knäuel auf. Ohne auf die Banderole zu schauen, weiß ich, dass es 100 % aus Merinowolle besteht.

Ich muss das Knäuel einmal fest zusammen knautschen. Oh man…Jetzt fällt es mir verdammt schwer, nein zu sagen. Kann ich sie mitnehmen oder sollte ich es lieber lassen und meinem Vorsatz treu sein? Schließlich wollte ich mir doch erst Wolle kaufen, wenn alles an Resten verbraucht ist. Puh! Zu dem Knäuel in meiner Hand gesellt sich ein zweites Knäuel. Dieses ist zartlila. Wenn ich nicht aufpasse, werde ich diese beiden Knäule mit nach Hause nehmen und mich dafür zerfleischen. Okay, okay…Logisch denken!

  1. Ich habe genug Wolle!
  2. Wolle stand auf meinem Wunschzettel für Weihnachten!
  3. Ich liebe Wolle!
  4. Die Wolle ist so schön weich!
  5. Die Wolle ist so schön bunt!

Oh man…Was mache ich jetzt nur? Die Knäule weiterhin in meiner Hand haltend, entdecke ich ein Knäuel mit einem unfassbar schönen pastellfarbenen Farbverlauf. Nun habe ich 3! Knäule in der Hand! Das entspricht einem Warenwert von mindestens 15 €! Letzteres lässt mich realistisch denken. Immerhin kann ich mit den 15 € auch viele andere schöne Sachen machen bzw. könnte ich auch mit meiner Familie machen. Familie…Schuldbewusst lege ich alle Knäule zurück. Bevor ich gehe, schaue ich sie mir noch einmal an und weiß, dass wir uns wiedersehen werden. Vielleicht nicht zu Weihnachten, vielleicht nicht in ein paar Monaten, aber eines Tages…

Da mein Kaufverbot nur auf Wolle bezogen ist, schlendere ich weiter durch diese böse Zone. Bei den Stricknadeln angekommen, wiege ich mich in Sicherheit. Jedoch fällt mein Blick auf eine Tüte mit Lederresten. In meinem Kopf rattert es wie verrückt. Einerseits bin ich Vegetarierin und verabscheue Pelz. Wie kann das dann bitte mit Leder zusammen passen? Ich weiß es nicht. Meine Tochter benötigt unbedingt Hausschuhe. Als ich versuchte, sie selbst zumachen und vor allem rutschfest zu gestalten, begegneten mir zig giftige Substanzen. Dieser Flüssigsockenstopp ist mir nicht geheuer. Irgendjemand kam auf die Idee, es mit einer Ledersohle zu versuchen. Als ich die Tüte mit den Resten sah, habe ich zugeschlagen.

Ja, ich habe nun tatsächlich Lederreste hier und traue mich aber noch nicht, damit zu arbeiten. Am liebsten möchte ich meiner Großen und Kleinen, Lederpuschen selber nähen zu Weihnachten. Aber naja…Zahlreiche Videos haben mir eins gezeigt: Ich habe kaum eine Ahnung vom Nähen. 9 Tage…naja…eher 8 Tage bleiben mir noch übrig.

Mal sehen, was die Zeit bringt.

Habt ihr auch noch ein paar wichtige Weihnachtsprojekte? Geht es euch auch oft so mit der Wolle? Würde mich sehr freuen, wenn ihr ein wenig kommentiert. 🙂

Wünsche euch noch einen wolligen Freitagabend. 🙂

Liebe Grüße

Rini

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