Vermüllte Stadt…vermüllte Natur

Dreck, Müll, Unrat, Verwüstung, Vermüllung…Mir fällt nicht viel zu diesen folgenden Bildern ein. Ich bin genervt, enttäuscht und würde euch heute mein Herz ausschütten über ein Thema, was so rein gar nicht zum Stricken etc. passt oder doch?

Es geht um Müll! Es geht um die achtlose, ekelhafte Art, wie manche mit ihrem Müll umgehen. Nennt es jammern oder rumnölen, aber das werde ich jetzt einfach tun. Was erwarte ich, wenn ich mich auf meine Bank setze, um ein wenig abzuschalten? Ich spreche von einer Bank in der „Natur“…Naja, wenn man diese noch so betiteln kann/will?! Sicherlich habe ich nicht damit gerechnet, was ich letztendlich sah:

 

All diese Bilder entstanden an eigentlich sehr schönen Ecken in der tollen super Marzipanstadt Lübeck. Ja, Lübeck ist so wunderschön und die Natur erst! Dabei wollte ich ursprünglich einen schönen Rastplatz finden. Einfach mal im Freien sitzen und die Seele baumeln lassen. Stattdessen sah ich überall, egal wo, Müll.

Wieso? Es waren schließlich Mülleimer vorhanden. Klar, kann der Müll auch von Krähen rausgesammelt werden, aber rauchen die Krähen etwa auch? Schmeißen die Krähen etwa Glasflaschen in den See?

 

Ist es Faulheit oder Ignoranz? Ich weiß es nicht. Mag es mir mal jemand erklären? Wie kann es soweit kommen, dass ich an einem sonnigen schönen Tag kaum Enten und co. sehe, sondern nur Müll?! Die wenigen Enten, die ich sah, waren auf der anderen Seite des Sees. Dort sieht es allerdings nur geringfügig besser aus…Eigentlich ist dort auch nur Müll.

Was mach ich nun? Ich reg mich zwar täglich darüber auf, aber versuche selbst, Müll zu reduzieren. Ich informiere mich über meine Möglichkeiten zur Müllvermeidung. Aktuell nutze ich Edelstahlflaschen, Stoffbinden, Menstruationstasse, festes Shampoo, trinke Leitungswasser und schiebe den Einkauf so lange hinaus, bis es nicht mehr geht. Meine Einkäufe versuche ich möglichst bei Unverpackt zu erledigen. Leider geht es nicht immer, da der Laden doch recht weit von mir entfernt ist und ich auf den Bus/Zug angewiesen bin. Vor jeder Investition wird genau überlegt, ob ich es wirklich brauche, ob es nicht doch noch andere Möglichkeiten gäbe. Ich backe außerdem desöfteren Brot.

Ich versuche Plastik so gut es geht zu vermeiden.

Was hat das nun mit Wolle zu tun? Müll? Müll entsteht auch beim Handarbeiten. Wenn ein Projekt mal nicht das ganze Knäul verschlingt, kann man super Restedecken, neue Wolle und Applikationen herstellen. Es gibt tolle Wollresteideen auch hier auf meinem Blog. Aber auch sonst haben wir als Stricker/Häkler/Näher die Chance, unseren Müll zu reduzieren. Gemüsesäcke aus alten Gardinen, Einkaufstaschen/Einkaufstüten selbst häkeln aus alten Klamotten oder Bettwäsche/Laken/Wollresten. Bei Neu-Käufen von Wolle achte ich persönlich darauf, dass kein Polyacryl im Garn enthalten ist. Da meine Wollreste noch nicht aufbraucht sind, kaufe ich auch nichts neues mehr.

Außerdem frage ich mich immer wieder, wie meine Oma früher gelebt hat. Wie haben frühere Generationen gelebt ohne Plastik? Wie geht das? Diese Fragen helfen mir sehr, um weitere Ideen zu finden, meinen Plastikkonsum zu minimieren.

Ein weiterer Punkt, der mir aufgefallen ist, sind die fehlenden Blumen und Insekten. Ich sah mich um und entdeckte nicht einmal ein einziges Gänseblümchen. Das machte mich sehr traurig. Ich fragte mich, wieso nichts schwirrte, keine Schmetterlinge, Bienen oder Wespen…Dann fiel mir die Hecke auf…Sie ist raspelkurz! Wo früher auch mal ein wenig ranken durfte, war nichts mehr. Als ich noch in meiner alten Gegend lebte, hatte ich schon einmal so einen Kurzschnitt gesehen. Es war furchtbar. Plötzlich war alles steril. Kleine Vögelchen verschwanden inklusive zahlreicher Insekten. Meine jetzige Gegend ist nicht besser. Bloß kein Unkraut stehen lassen. Würde ich meinen Balkon nicht verwildern lassen, hätte ich meinen Mädels kaum Löwenzahn und co. zeigen können.

Traurig oder?

Meine Lösung wäre so: Jeder überlegt sich, wie steril sein Garten/ seine Gegend sein sollte. Dazu sollte man bedenken, dass das Bienensterben auf Pestizide in Unkrautvernichtern zurückzuführen ist. Die Frage ist wohl: Möchte ich lieber ein paar Insekten haben oder möchte ich eine super „saubere“ Natur? Möchte ich später meinen Kindern mithilfe von Büchern, Bienen zeigen oder möchte sie lieber in der freien Natur zeigen?

Jeder kann etwas tun und wenn es anfangs nur mal ein verzögertes Rasenmähen ist oder der Verzicht auf gefüllte Blumen, welche keinen Nektar enthalten. Bitte nehmt euch meinen Beitrag zu Herzen. Ich finde es unerträglich, wie die Stadt mittlerweile aussieht.

 

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