Ausflug nach Kiel Teil 2 (Ein Traum wird wahr!)

Guten Abend ihr Lieben!

Wie war also Tag 2 in Kiel, der mein kreatives Leben nachhaltig verändern sollte? Kurzum: Es war unfassbar verrückt, schön und traumhaft! Ich kann gar nicht genug Wörter finden, um auszudrücken, wie erfüllend dieser Tag war! Meine kleine Schwester hat mir das ultimative Geburtstagsgeschenk gemacht: Einen Nähkurs!

Leute, ich habe es gelernt! Ich kann jetzt zwar nicht ein Abendkleid für mich nähen oder Kleider für meine Kids…NEIN! Aber ich kann nun endlich endlich mit meiner Nähmaschine kommunizieren. Sie war ein Hochzeitsgeschenk von einer sehr lieben Freundin von mir. Am 5. August hat mir meine kleine Schwester gezeigt, was an einer Maschine wichtig ist und dann ging es los…Nach über 4 Jahren des Nicht-Nähens saß ich das erste Mal wieder vor einer ratternden Maschine. Gedanken schossen durch meinen Kopf: „Was ist, wenn ich wieder die Nadel zerbreche? Was ist, wenn ich zu doof zum Nähen bin? Was ist, wenn ich einen Fehler mache? Wird das Lehren unser Schwesterndasein beeinträchtigen?“

Die Gedanken lösten sich auf, nachdem ich all diese Fragen laut stellte und wunderbare Antworten bekam. Sie war sehr geduldig mit mir. Da sie mitten in den letzten Wochen ihrer Lehre zur Änderungsschneiderin war, konnte ich unter einer Vielzahl von Stoffen aussuchen. 🙂 Das Surren der Maschine erinnerte mich an Früher, als meine Mutter mir einst das Nähen beibringen wollte. Nach der 5. gebrochenen Nadel gab sie schließlich auf. Dennoch war es für mich immer sehr faszinierend, wie sie aus kaputten Jeans unfassbar coole Feuer-Schlaghosen zauberte. Oft nähte sie abends, wenn ich schon schlafen musste und das Surren begleitete mich bis in meine Träume.

Mein erstes Werkstück sah alles andere als zauberhaft aus, aber ich werde es aufheben und in ein Album kleben. Ich bin so stolz auf mich, dass ICH tatsächlich dieses Ding GENÄHT habe.

mein Bild, meine Arbeit

Im Eifer des Gefechts verzichteten wir darauf, das Stoffstück vorher zu bügeln. Ich nähte einfach darauf los! Keine Ahnung, was das sein soll. Finde es einfach schön, dieses Kapitel nun endlich aufgeschlagen zu haben. 🙂 Bis spät abends nähte ich.

Am nächsten Tag ging es dann zur Kleidertauschparty in Kiel. 10 oder 12 Teile gab ich ab und bekam dafür 10 Tauschmarken. Eigentlich hätte ich 10 Teile mit nach Hause nehmen können, aber ich nahm nur 2 mit. Mein Mann allerdings hat seine 6 Tauschmarken gegen 6 Teile eingetauscht und hat somit mehr Klamotten mitgenommen als ich.^^ Dafür, dass er anfangs gar nicht dahin wollte, ist das mal eine gute Ausbeute. xD 😛

mein Bild, mein Mann

Das ist der Eingang zum nachhaltigen Tauschen. 🙂 Mit im Bild seht ihr ein wenig von meinem Mann.^^ Wir hatten nicht viel Zeit, aber meine 2 Teile sind sooo toll! Ich habe jetzt endlich eine passende Jeans! 🙂 Tschüss, Gürtel! 🙂

mein Mann und ich^^…mein Bild^^

Wir zwei nach unserem mehr als gelungenem Wochenende! Glücklich und k.o.! 🙂 Danke danke danke an meine Schwiegereltern, meine kleine Schwester, die Mitbewohnerin meiner kleinen Schwester, meine beiden Töchter, meine Mama, mein Papa und natürlich an meinen Mann, dass ihr mir all das ermöglicht habt. 🙂

Zuhause angekommen war ich infiziert! Kaum hatte ich Zeit, holte ich sie hervor: Meine Nähmaschine. Sie war sehr staubig und so putzte ich erst einmal, bevor ich mich eifrig ans Fadenspule einlegen etc. machte. Ihr seht, ich habe die Fachsprache schon total drauf! xDD

mein Bild

Da ich aktuell noch keinen richtigen Nähplatz habe, improvisiere ich mit einem kleinen Schreibtisch, welcher auf Rollen steht. Mein Sitzplatz ist mein Bett und alles, was ich verwende, muss schnellstmöglich wieder weggeräumt werden, da unser Schlafzimmer sehr klein ist und mein Mann wohl ungern eine Stecknadel im Bett stecken hätte.^^^xD

Auf diesem Bild seht ihr mein Schätzchen. Sie ist genau so alt wie ich. Mit auf dem Tisch könnt ihr noch etwas ganz besonderes entdecken: Meine Wollreste. Dabei handelt es sich um alle Wollreste, die zu klein sind, um aus ihnen „Farbverlaufswolle selber zu machen„. Beim Nähen fallen viele Fadenreste an. Damit ich weiterhin nachhaltig arbeite, stopfe ich selbst die kleinsten Reste in mein Glas.

Diese Reste eignen sich besonders für Füllungen von Kuscheltieren, Kissen…

mein Bild, meine Arbeit und meine Hand

Das ist mein erstes Nadelkissen. Es ist ziemlich krum geworden, aber komplett nachhaltig! 🙂 Der Bezug besteht aus meinem alten Wäscheklammernbeutel. Der Bügel ging kaputt und letztendlich nehme ich nun eh meine Baumwolltasche. Somit wanderte dieser wunderschöne Bezug in meine Projektekiste. Letztendlich nähte ich das Kissen mit uraltem Garn, welches trotzdem noch reißfest ist und stopfte es mit meinen Wollresten aus gefühlt 1000 Projekten. 🙂 Besser geht es nicht! 🙂

Am Wochenende wurde meine Schwester übrigens von der Handwerkskammer freigesprochen! Sie ist nun offiziell Änderungsschneiderin! Ich habe mehr als ein paar Tränchen auf ihrer Feier verdrückt und konnte nicht aufhören, sie anzugrinsen! Es macht mich einfach stolz zu sehen, wie sie ihren Weg geht und mit welcher Power! Sie hat einen Schnitt von 1,4! Wow!

Bei der Feier gab es auch eine Modenschau. Dort zeigten die Maßschneider ihre Prüfungsarbeiten. OMG…Das war heftig! Aus einem Stück Stoff entstanden wahre Meisterwerke! Ein Kleid hat mich besonders umgehauen und das wollte ich euch nicht vorenthalten.

mein Bild von der Landesmeisterin Freya Ruschke mit ihrem selbstgenähten und selbstkreirten Kleid

Die Landesmeisterin „Freya Ruschke“ hat dieses Kleid ganz alleine genäht. Sie erlaubte mir, die Bilder online zu stellen.

Besonders die Schlichtheit und gleichzeitig die Detailverliebtheit hauen mich um!

mein Bild von Landesmeisterin „Freya Ruschke“ mit ihrem selbstgenähten Kleid

Seht euch nur diese Blumen an! Jede Blume hat sie selbstgenäht. Die Blätter wurden einzeln, Perle für Perle aufgestickt! Es ist wunderschön geworden. 🙂

Eines Tages möchte ich auch so nähen können! Bis dahin werde ich fleißig üben. Nun kann ich endlich mein Leben noch nachhaltiger gestalten. Letztens habe ich sogar eine Hose von mir gekürzt. Einfach so! 🙂 Nun freue ich mich über jedes Kleidungsstück, was kaputt ist oder mir nicht mehr gefällt, da ich an ihnen übe und eines Tages vielleicht ebenfalls mit meiner Maschine zaubern kann. 🙂

Gleich werde ich mich einem anderen Projekt zuwenden und wenn das fertig ist, wird wieder genäht. 🙂

Wünsche euch einen wolligen Montagabend! 🙂

Liebe Grüße

Rini

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