Osterkleid Teil 1 =)

Hallo ihr Lieben,

Habt ihr euch mal gefreut, dass etwas kaputt ging? Zuerst war unser geliebtes Auto dran. Mein Mann hat schon immer wieder erzählt, was nun schon wieder repariert werden müsste und wie sehr ihn das nervt. Ich war ruhig und freute mich insgeheim darauf, das Auto nicht mehr zu haben. Das erzählte ich meinem Mann aber nicht. Wahrscheinlich hätte ich ihn sonst sehr verletzt. Unser Auto ist für ihn wie Wolle und Strick/Häkelnadeln für mich. Sein Herz hängt an diesem Ding. Beziehungen zu Autos konnte ich bisher nie aufbauen. Mir war nur wichtig, dass es mich von A nach B bringt. Als er mir mitteilte, wir müssten es loswerden, ging für mich die Sonne auf!

Allein das Einkaufen ist nun ganz anders geworden. Früher war es ein Gehetze, die Kinder in die Sitze zu setzen und zum zigsten Mal in die Wohnung zu laufen, weil doch noch irgendetwas gefehlt hat, was wir im nachhinein nicht brauchten. JETZT..ohne Auto müssen wir genau wissen, was wir mitnehmen können und sind langsamer geworden. Ein Einkauf, der vorher 30 Minuten dauerte, ist nun mindestens doppelt so lang. Manch einer findet das ätzend und nervig, jedoch genieß ich diese Zeit. Meine Kleine ist draußen ruhiger, meine Große erzählt ganz viel und ich …Ich genieße die Sonne. Wir hatten das Auto am Ende nur noch, damit wir schnell unsere Verwandten besuchen können. Jetzt besorgen wir uns Monats-Abos für den Bus und Zug. Dadurch dauern die Fahrten zu unserer Familie zwar länger, aber es sind kleine Reisen. Es ist nicht so ein Gehetze. 🙂 Mich entspannt auch die Vorstellung, ab Mai wieder eine Monatskarte zu haben. So kann ich immer, wenn ich möchte, zum Strand fahren…oder einfach in die Stadt.

Nun zu einem weiteren kaputten Etwas in meinem Leben! Ich habe mich gestern verabschiedet…

mein Bild

Mein Smartphone machte immer wieder Andeutungen, dass es wohl bald nicht mehr da sein wird. Diese äußerten sich durch dutzende Neustarts. Teilweise waren es 10 Stück hintereinander. Ich las also bei Facebook einen Kommentar und zack…war es wieder im Neustart-Modus. Nach dem 5. Versuch, den Kommentar zu lesen, schaltete ich es aus! Ich hatte keine Lust mehr. Es ging tagelang ständig von alleine aus und dann wieder an. Am Ende hatte es nicht einmal den Anstand, sich abschalten zu lassen.

Plötzlich war es aus. Stille…keine wirren Bilder, keine lustigen oder interessante Beiträge. NICHTS…Auf einmal war das Einzige, was ich bemerkte, mein Leben. Was habe ich getan? Wie konnte ich die letzten 1,5 Jahre oder 2 Jahre mich so sehr abhängig machen von einem Ding, was nicht einmal so groß ist, wie meine Hand? Ich sah mir meine Kleine an, wie sie schlief. Sie grinste und ich fing ebenfalls an zu grinsen. Seit mein Handy gar nicht mehr geht, fällt mir erst auf, wie lang ein Tag doch sein kann.

Ich habe viel mehr geschafft, als mit Smartphone. Nun kann ich meine Gedanken wieder besser ordnen. Sehen, was wichtig ist. In der Vergangenheit kam es oft vor, dass ich von der virtuellen Welt so abgelenkt war, dass mein Essen anbrannte…oder dass ich nicht mehr gestrickt habe, obwohl ich es eigentlich sehr gerne wollte. Ich war jetzt 2 mal unterwegs ohne Smartphone. Das erste Mal, war es merkwürdig, da ich auch meine Armbanduhr vergessen hatte, aber das 2. Mal war es nur schön!

mein Bild

Dieses Bild entstand, als ich ohne Smartphone unterwegs war. Ich nahm einfach meine Cam mit und genoss die warmen Sonnenstrahlen. Draußen dreht die Natur nun richtig durch und ich bekomme Lust auf Frühling…auf Ostern…auf Lebensfreude! Ohne Smartphone fühle ich mich voller Energie. Ich trenne nun ganz strikt „Computer-Zeit“ und „Mama-Zeit“. Vorher war es nämlich auch mal so, dass ich ein Rezept online gesucht hatte und danach vielleicht noch schnell die Prominews gelesen habe. Oft kamen dazu noch WhatsApp-Nachrichten von meinen Geschwistern, Freunden oder von meinem Mann rein. Das war zu viel. Deswegen werde ich mir kein Smartphone mehr zulegen. Wer mich erreichen möchte, kann dies über Festnetz, Mail oder demnächst wieder per Handy. Irgendein altes Handy wird es schon tun.

Ich freu mich auf die neue Langsamkeit. Jetzt besinne ich mich und werde das tun, was mich glücklich macht, Mamasein und STRICKEN/Häkeln. 🙂 Die verrückte Natur hat mich inspiriert, mal etwas ganz anderes zu wagen. Es musste mal ein Osterkleid gestrickt werden für meine Große. Ich fand eine schöne Anleitung für eine Tunika und verlängerte sie. Da mir das Muster zwar schon ganz gut gefiel, aber es mich nicht umhaute, musste es noch etwas mehr sein. Zunächst wählte ich ganz viele verrückte Farben. Sie mussten knallig sein! Das Kleid soll so werden, wie meine Große…Es soll einzigartig sein!

Als ich noch immer nicht den Wow-Effekt hatte, musste es noch „krasser“ werden. Ich schnappte mir meine Bücher und suchte nach schönen Mustern. Da kam mir eine Eingebung: Mehrfarbig stricken. JA! Ich wage es!

mein Bild, meine Arbeit, Anleitung teilweise aus einer Zeitschrift

Ich dachte nur nicht daran, dass mehrfarbig stricken auch mehrere Knäule bedeutet. Es passierte, was ich auch mit einzelnen Knäulen stets schaffe: Sie produzierten eine riesige Wollkotze.

mein Bild, mein Strickwerk…Anleitung teilweise aus einer Zeitschrift..teilweise aus einem Buch

Das Problem beim Jaquardstricken sind Knäule, die miteinander kuscheln wollen. Ich hatte es mehrfach gut hinbekommen, zweifarbig zu stricken. Somit wurde ich größenwahnsinnig und strickte mit 3! Farben gleichzeitig. Eigentlich sollte man laut Buch mithilfe der Intarsien-Stricktechnik arbeiten, aber daran glaubte ich nicht. Also musste ich entwirren…wieder einmal.

mein Bild, meine Hand

Zunächst pickte ich mir eine Farbe raus. Diese wickelte ich so lange auf, bis ich an der Verknäuelung ankam. Mit sehr viel Geduld und einer großen Prise Selbstironie schaffte ich es. Als ich fertig mit dem entwirren war, packte ich alle Knäule an unterschiedliche Orte zum Weiterstricken. Das weiße Knäul wanderte in meine Geschenkband-Box (kaufte mir mein Mann für mehrfarbiges Stricken *.*), das gelbe Knäul durfte mit mir auf der Couch rumliegen und das lilafarbene Knäul legte ich auf den kalten Fußboden. Trotz unfairer Verteilung klappte es nun wunderbar mit dem mehrfarbig stricken. 🙂

Am nächsten Tag wollte ich an meinem Osterkleid weiterstricken und sah schon beim holen der Strickarbeit, dass da etwas nicht stimmte.

mein Bild, meine Arbeit, Anleitung teilweise aus einem Buch und teilweise aus einer Zeitschrift

Kurz bevor das Muster zu Ende war, fielen mir locker 20 Maschen von der Nadel! Grrrrrr….ok…ok…Es wäre kein Rinikleid ohne Strickprobleme! Lachen und schnell die Maschen wieder auf die Nadel setzen.

mein Bild, meine Hand und Arbeit..Anleitung von einer Zeitschrift und teilweise aus einem Buch

Wisst ihr, was mich am meisten vor mehrfarbigen Strickstücken abschreckte? Die tausenden Fäden, die später vernäht werden müssen….BÄH! Dank Frankfurter Knoten muss ich nun aber nur noch einen Bruchteil vernähen. Stets, wenn eine neue Farbe naht, knote ich sie damit an. 🙂

mein Bild, mein Finger

Der Fadenabschneider ist mein absolutes Lieblingswerkzeug geworden. Er schneidet präziser als meine Scheren. 🙂

mein Bild, meine Hand und Arbeit

Man sieht kaum noch den Knoten bzw. die Fädenenden. Übrigens achte ich nicht explizit darauf, pro Farbe eine neue Reihe zu setzen, aber dadurch entstehen hübsche Verschiebungen. Ich mag das Unperfekte an diesem Kleid besonders gern. 🙂

mein Bild, meine Arbeit, Anleitung aus einem Buch, einer Zeitschrift und teilweise selbst ausgedacht…die Farben habe ich mir komplett selbst zusammen gestellt^^

Ich hoffe, meiner Großen gefällt ihr Kleid.  Das ist übrigens die Vorderseite. ^^Ich muss die Rückseite genauso machen, aber wer weiß…Vielleicht fällt mir da wieder was ganz Neues ein. xD

Nun wird weiter gestrickt. :)…Habe gerade 2 Ufos..das Osterkleid und das Geburtstagskleid für meine Kleine.^^…Außerdem soll sie eigentlich auch noch ein Osterkleid bekommen. xD

Mal sehen^^

Wünsche euch einen schönen wolligen Mittwochabend =)

Liebe Grüße

Rini

2 thoughts on “Osterkleid Teil 1 =)

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