Magische Hippos und Magic Cleaning

 

Auch, wenn es scheint, dass nichts gelingt
ja wenn es scheint, dass nichts gelingt
ist’s manchmal das, ganz genau das,
was uns weiterbringt     (aus dem Song: „Wenn es scheint, dass nichts gelingt“ von                                                                 Pohlmann)

Diesen Song hörten mein Mann und ich ganz romantisch am Strand bei „N-JOY the Beach“ in Grömitz. Genau bei diesem Lied riss Pohlmann eine Saite seiner Gitarre. Er lachte und sang weiter. Das hat mich damals sehr begeistert. Anstatt zu fluchen oder ein anderes Lied zu singen, nahm er diesen Vorfall und lachte, sang weiter. Dadurch wurde der Text noch viel deutlicher. Es scheint wohl wahr zu sein. Manchmal sind Fehler unglaublich wichtig, damit wir weiterkommen.

So ein Schlüsselerlebnis möchte ich heute mit euch teilen. Ich habe nämlich genau heute meinen aller ersten Auftrag weggeschickt. Was hat das mit Fehlern /Missgeschicken zu tun? Eine ganze Menge.^^

Alles fing damit an, dass ich genervt davon war, gefühlt 100000 Projekte zu haben, die wohl eh nicht fertig werden bzw. womöglich nicht einmal angefangen werden. Ich hatte bereits meine Kleidung, meine Bücher rigoros aussortiert nach dem „Magic Cleaning-Prinzip“ von Mari Kondo. Dafür musste ich sämtliche Sachen auf den Boden legen/auftürmen und dann einzeln in die Hand nehmen, um zu schauen, ob es mich glücklich macht oder nicht. Zu meiner Verwunderung wanderten ganze 8 Säcke an Kleidung in den Altkleider-Container. Irgendwann war ich so weit und ich nahm mir das Herzstück meiner ganzen Häkel/Strick-Existenz vor…meine Projekt-Kiste. Wenn ihr so wollt, meine Wollkiste. Ich würde liegen, wenn es nur eine gewesen wäre. Es waren tatsächlich 4! Kisten!

 

mein Chaos, mein Bild^^

Wie ihr gut sehen könnt, sind kaum Wollprojekte zu sehen. Lediglich meine Upcycling-Tasche und mein Rock-Projekt könnt ihr erahnen. Dafür muss ich erwähnen, dass mein Mann eine..naja…eine besondere Art hat, aufzuräumen. Alles, was er nicht schnell zuordnen kann, wird in meine Projekte-Kisten gepackt. So sah dann das Innere sehr messi-mäßig aus. Die Barbies auf dem Bild gehören mir ganz alleine. Hach…irgendwie komm ich nicht los von diesen merkwürdigen Püppchen. Meine Töchter sollten zu Beginn meiner Mutterschaft auf keinen Fall mit Barbies spielen. Langsam bin ich mir da nicht mehr sicher. Fakt ist, dass Barbies ein bestimmtes Bild transportieren…aber naja dazu ein anderes Mal mehr.

Sie gehören zu einem wichtigen Projekt von mir und daher dürfen sie weiterhin meiner Kiste wohnen. Kommen wir nun zum ersten Häkelprojekt nach einer Anleitung…Mein Calimero-Gedächtnishut.

 

mein Bild, meine Arbeit, Anleitung von DROPS Design…Ja…das bin ich

Ursprünglich sollte es ein schöner toller Sommerhut werden. Tja…ich war entweder zu dusselig oder ich hätte den Hut stärken müssen…oder er steht mir einfach nicht. Dieser Hut lag nun seit fast 4 Jahren in meiner Kiste. Als ich ihn in die Hand nahm, musste ich ihn aufsetzen. Ich schoss 2 Fotos und dann fiel mir auf, wie unwichtig mir dieser Hut geworden ist. Nicht nur, dass ich seit diesem Hut kaum noch nach Anleitung arbeiten wollte und schon gar keine Häkelanleitungen befolgte…NEIN…ich fühlte mich so, als könnte ich nicht häkeln.

mein Bild, meine Arbeit, Anleitung von DROPS Design…Ich mit meinem Entscheidungsblick

Der Hut musste weg! Ich konnte ihn und meinen Misserfolg nicht mehr länger ertragen!

mein Bild, mein Kleidungssack

Kaum hatte ich den Häkelhut in den Müllsack gelegt, fühlte ich mich leichter. Endlich musste ich mir nicht länger irgendwelche Gedanken über die schreckliche Form, eventuelle Rettungsversuche oder oder machen. Ich war frei!

Einige Projekte haben mich seitdem verlassen. Ich werde nur noch an Projekten arbeiten, welche mir Freude machen.

Über Facebook habe ich dann von einer Mutter gehört, die in einer schwierigen Situation steckt und um Hilfe bat. Für ihr Neugeborenes wollte sie gerne ein Mobile machen. Aufgrund diverser Probleme konnte sie dies aber nicht schaffen und so fragte sie, ob jemand das für sie machen würde. Zunächst zögerte ich, da ich, in meinen Augen, nicht häkeln kann…zumindest nicht nach Anleitung. Ihre Zeilen berührten aber so sehr mein Herz, dass ich ihr schrieb und so begann mein Auftrag.

Sie wollte 4 Hippos, 4 Vögel und 2 Sterne gehäkelt bekommen. Voller Bammel erklärte ich ihr, wie aufgeregt ich sei und vor allem, dass ich null Erfahrung im Häkeln nach Anleitung habe. Ich habe auch noch nie Tiere (Amigurumis) gehäkelt. Endgültig zusagen konnte ich ihr erst, nachdem ich die Anleitungen studiert hatte. Ich sagte schlussendlich zu.

Nach einer Weile kam das Paket mit sämtlichen Hilfsmitteln für die Tierchen bei mir an. Da waren Sicherheitsaugen, Füllwatte und viele viele Wollknäule. Nachdem alle Fragen meinerseits geklärt waren, fing ich an.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie komisch es für mich war, nach all den Jahren nach einer Anleitung zu häkeln. Für einen Hippo brauchte ich einige Stunden. Mein allererster Hippo dauerte am längsten und ich war anfangs sehr enttäuscht, weil mir die Maschen zu groß waren, der Blick zu trottelig war etc. Er sah nicht aus, wie auf der Anleitung. Äußerst skeptisch zeigte ich ihn meinem Mann. Dieser war hin und weg und bekam sich kaum noch ein. Ich wusste, dass er oft kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es um seine Meinung geht. Aber dennoch war ich unsicher. Somit schickte ich meiner Auftraggeberin ein Bild. Sie war sehr glücklich über das Bild und nun wusste ich, dass er ok ist. Der 2. Hippo konnte nun geboren werden.

So ging es mehrere Tage. Immer, wenn ich warten musste…im Bus, im Wartezimmer, mein Hippo-Werkzeug war dabei.

 

mein Bild, meine Arbeit, Anleitung von Dawanda

Irgendwann waren alle Hippos fertig. Es war ein unglaublich gutes Gefühl, diese 4 Nilpferde gehäkelt zu haben. Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass ich so etwas kann.

mein Bild, meine Arbeit und Hand, Anleitung von Dawanda

Heute musste ich Abschied nehmen. Meine verrückte Bande verlässt mich, um in ihr neues Zuhause zu ziehen. Ich hoffe, die beiden Jungs haben genauso viel Spaß mit den Tieren, wie ich beim Häkeln.

mein Bild, meine Arbeit und Hand, Anleitung von Dawanda

Die Sterne…Da habe ich lange gegrübelt, wie die Anleitung zu verstehen ist. Aber nach ca. 10  mal Ribbeln, hatte ich es verstanden. Sie gehören übrigens auch zum Mobile, welches die Mutter selbst zusammen bastelt. Meine Aufgabe bestand darin, die Figuren dafür zu häkeln und sie wollte noch ein Mobile für ihren großen Sohn.

mein Bild, meine Arbeit, Anleitung von Ribbelmonster

Zu meiner großen Freude durfte ich 4 süße kleine Vögelchen häkeln. 🙂 Sie gingen schnell von der Hand und machten mich glücklich. 🙂 Auch, wenn sie nicht perfekt sind, möchte ich sie nicht missen. Ich war hier wieder unsicher, ob sie ok sind, da sie wieder völlig anders aussehen, als in der Anleitung. Jedoch gab mir das positive Feedback meiner Auftraggeberin, die Zuversicht, dass sie gut sind. 🙂

mein Bild, meine Arbeit und Hand, Anleitung von Ribbelmonster

Auch diese kleinen Freunde müssen mich verlassen. Ich habe sie schon sehr lieb gewonnen und verabschiede mich mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

mein Bild, meine Arbeit und Hand, Anleitung von Ribbelmonster
mein Bild, meine Arbeit und Hand, Anleitung von Ribbelmonster
mein Bild, meine Arbeit und Hand, Anleitung von Ribbelmonster

Sie sehen alle unterschiedlich aus und das ist das, was mir besonders gefällt. Jeder hat eventuell auch einen Makel. Aber vielleicht macht es sie dadurch einzigartig? Ich mag diese kleinen dicken Flauschkugeln.

So…das war es erstmal wieder von mir. 🙂 Mal schauen, was für ein Projekt ich nun als nächstes machen werde.

Wünsche euch einen wolligen Freitagabend.

Liebe Grüße

Rini

 

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