Farbverlaufswolle selber machen

Hallo ihr Lieben,

Willkommen im Türchen Nummer 7 vom Adventskalender. 🙂

Kennt ihr das auch: Ihr habt ein Projekt, aber die Wolle ist viel zu dünn oder zu langweilig? Ihr habt massig an Wollknäulen im Schrank liegen und wisst nicht, was daraus werden soll?

Ich habe so einige Wollknäule im Schrank..naja in Kisten im Regal, die sehnlichst darauf warten, von mir beachtet zu werden. Vielleicht wünschen sie sich ja, später einmal ein Kleid, ein Schal, eine Jacke zu werden? Wahrscheinlich sind sie schon depressiv, da ich sie nicht verwende. Die armen Knäule! Ich habe aber eine Möglichkeit gefunden, wie ich ihnen helfen kann. Sie müssen nicht mehr alleine herumknäulen, sondern sie haben Freunde bekommen.

Ja! Ich habe verschiedene Knäule zusammen geführt und nun haben die Knäule nicht nur wieder mehr Lebensfreude, da sie hübscher sind…ICH habe nun auch nebenbei ganz tolle „neue“ Wolle, ohne mein Zuhause verlassen zu haben, ohne Geld ausgegeben zu haben. Ihr kennt ja bestimmt alle die Wolldiät, die sich jeder Junkie irgendwann vornimmt: „Keine neue Wolle mehr kaufen, sondern die alte erst verbrauchen.“

Warum nicht aus der Not eine Tugend machen? Fangen wir an!

Material:

  1. Viele verschiedene Wollknäule (Achtet darauf, dass die Farben miteinander harmonieren oder ihr mögt es grell, dann ist es egal^^)
  2. Eine Schere
  3.  Dosenlaschen (soviele, wie ihr Knäule herstellen wollt)

 

 

Anleitung:

Zunächst sammelt ihr eure Wollknäule zusammen, die ihr nicht verarbeiten wollt und schaut, ob ihr welche findet, die miteinander farblich harmonieren.

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meine Sammlung von traurigen Wollknäuelen (mein Bild)

Bei mir haben vor allem rosafarbene Knäule ihre Schwierigkeit, verwendet zu werden. Außerdem habe ich mich für einige furchtbar kratzige Wollknäule entschieden. Polyacryl ist ebenfalls dabei. Aber ich habe auch darauf geachtet, dass stets etwas weiches/schönes die Kratzigkeit ausgleicht. Darauf solltet ihr unbedingt achten, es sei denn, ihr plant nur etwas Deko aus der Farbverlaufswolle herzustellen.

 

Wenn ihr mit eurer Ausbeute zufrieden seid, könnt ihr schon anfangen, euch 3 Knäule zu schnappen und die Fäden nebeneinander zu legen. Nun beginnt ihr damit, eure Knäule gleichzeitig abzuwickeln. Macht einfach das, was ihr sonst beim Ribbeln tun würdet…Zieht an euren Fäden.

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mein Chaos, mein Bild, mein Körper^^

Sobald ihr seht, dass euer Knäul zuende geht, nehmt ihr euch einen anderen Faden und knotet ihn mithilfe des Frankfurter Knotens an den alten Faden.

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meine Hand und Bild

 

Hier seht ihr, wie der alte Faden (dunkelgrau) zu Ende geht. Ich habe ihn mit einem hellgrauen Faden ersetzt.

Leider habe ich nicht darauf geachtet, was meine Knäule am liebsten tun…Sie verwirren sich.

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meine Verknäuelung und mein Bild (Arbeit liegt auf meinem Bein)

Nach ca. 60 Minuten purer Entwirrung, beschloss ich, ab sofort, meine Wolle zu wickeln. Das war zumindest der Plan. Es klappte aber so toll, dass ich einfach weiter zog, ohne zu wickeln. (Bloß nicht nachmachen, wickelt bitte von an Anfang an!) Ich sollte es auf die harte Tour lernen.

Ich kümmerte mich weiter um meine Fäden.

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meine Fäden, meine Finger und Körper^^, mein Bild

Der rosafarbene Faden ging zu Ende und musste ersetzt werden.

Um später nicht zu viel vernähen zu müssen, schnitt ich die Fäden ganz kurz ab am Frankfurter Knoten. Wichtig ist nur, dass ihr vorher gut festzieht.

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mein Bild, mein Bein^^

So ging es dann Faden für Faden weiter.

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mein Knäul, meine Hand und Bild

Irgendwann fing ich doch noch an, meine Wolle aufzuwickeln. Wie ihr im Hintergrund sehen könnt, hatte ich seit Beginn meines Experiments nicht gewickelt. Das sollte ich bitter bereuen…

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mein Bild, mein Daumen

Hier seht ihr die Verknäuelung, die mich in die Knie zwang. Ich hatte es vergeblich 2! Stunden versucht, sie auch nur ansatzweise zu lösen. Ich kam voran und dann…ja…Dann kam diese Stelle. Ich hatte keine Chance. Meine Idee drohte zu scheitern…

Doch dann kam mir die Idee, einfach nun einen CUT zu machen. Ich schnitt die Verknäuelung ab.  Anschließend knotete ich eine Dosenlasche an das Fadenende.

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mein Bild, meine Hand

Jeii…eigentlich seid ihr nun fertig, aber ich möchte euch noch einmal kurz zeigen, wie toll ihr nun häkeln/stricken könnt. 🙂

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mein Bild, meine Arbeit, mein Körper

Das ist der Anfang meines Knäuls, kurz bevor der erste Farbwechsel kommt. 🙂

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mein Bild, meine Arbeit und Hand

Der erste Knoten! =) Ist das nicht cool? Hier seht ihr auch gut, dass ich versucht habe darauf zu achten, dass die Fäden, die gewechselt werden die selbe Dicke haben. Hatte ich keine passenden Knäule, habe ich dünnere zusammen genommen.

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mein Bild, meine Arbeit und Körper

Gestrickt sieht das ganze dann so aus. 🙂 Ohne, dass ihr Fäden vernähen müsst. 🙂

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mein Bild, meine Arbeit und Hände

Ein weiterer Farbwechsel fand statt. Aber ihr könnt gut sehen, dass das Garn gefacht ist. Die einzelnen Fäden liegen alle nebeneinander und sind nicht miteinander verzwirnt.

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mein Bild, meine Arbeit und Körper

Hach…ich liebe dieses neue Knäul. 🙂 Mehrere Wollknäule mit den Stärken 2, 3 und 4 habe ich miteinander verbunden. Nun muss ich sie mit mindestens Nadelstärke 9 verstricken, wobei das auch schon ziemlich knapp ist. Eventuell ribbel ich und verwende dann Nadelstärke 10. 🙂

Hoffe, ich konnte euch zeigen, wie einfach es ist, euren alten armen Knäulen neues Selbstbewusstsein zu geben und nebenbei auch noch euer Traumgarn herstellen könnt. 🙂

 

Wünsche euch einen schönen wolligen Mittwochabend 🙂

 

Liebe Grüße

Rini

15 thoughts on “Farbverlaufswolle selber machen

  1. Liebe Rini, wenn ich bloss stricken könnte!! Das sieht soooo toll aus!! Aber irgendwann nehme ich das auch in Angriff und werde mich ans Stricken wagen! Selbstgestricktes ist soo schön und wenn dann auch noch so ein wunderbarer Farbverlauf dabei ist, umso schöner!! Eine fabelhafte Anleitung!
    Ganz lieben Gruß!
    Susanna

    1. Hallo Susanna,

      Danke für so viel Lob.:) Stricken habe ich mir mit Büchern und vor allem YouTube beigebracht. ;)Gerade in der Elternzeit lohnt es sich, es zu lernen. Es ist auch ein schönes entspannendes Hobby.:) Wenn du häkeln kannst, dann ist die Farbverlaufswolle auch super.

      Liebe Grüße

      Rini

    1. Hallo Angela,

      Schön, dass du das auch machst.:) Auf den Seelenwärmer bin ich gespannt. Der sieht bestimmt toll aus. Kannst mir gerne, wenn du magst, ein Foto von deinem Projekt schicken.:)

      Liebe Grüße und Viel Spaß beim Verarbeiten:)

      Rini

  2. Tolle Idee, Sollte ich vielleicht auch mal angehen … ich hab da auch schon so ein paar Wollknäule die immer mal wieder das Licht sehen, dann aber wieder tief im Schrank verstaut werden *lach*
    Also ich weiß was ich heute abend beim Fernsehgucken mache 😉

    LG Katrin

    1. Hallo Katrin,

      🙂 Danke, dir.:) Schön, dass ich nicht die einzige bin mit Knäulen ohne Verwendungszweck.

      Oh, zeig mir bitte deine Knäule, wenn du fertig bist.;) Ich hatte beim Wickeln übrigens Radio an. Fernsehen ist aber bestimmt auch möglich.

      Liebe Grüße

      Rini

        1. Hey Katrin,

          Cool, dann wünsch ich dir ganz viel Spaß beim Stricken. Habe mittlerweile Stricknadeln bis Gr. 10 hier. Bin schon sehr gespannt auf deine Bilder.:)

          Liebe Grüße

          Rini

  3. Ganz tolle Idee,jetzt weiß ich endlich wie ich meine unendlich vielen Wollreste zu neuen Ehren verhelfe!
    Vielen Dank für die überaus wertvolle Idee und deine super Beschreibung!
    Liebe Grüße aus dem Schwarzwald
    Rose

    1. Hallo Rose,

      Freut mich sehr, dass ich dir helfen konnte. Ansich ist es eine simple Idee. Da hätte ich niemals mit so viel positiver Resonanz gerechnet.
      Danke für deine lieben Worte.:)

      Wünsche dir Viel Spaß beim Knäulewickeln.:)

      Rini

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