Bademode häkeln Teil 1

Hallo Ihr Lieben,

Ich weiß, dass der Cardigan noch auf mich wartet und eigentlich möchte ich mir auch noch ein weiteres Projekt suchen für meine bald kommenden Bobbel…ABER

irgendwie liebe ich es, mehrere Projekte gleichzeitig zu arbeiten. Geht es euch da auch so?
Schon seit ich das erste Mal in den Handarbeitsbüchern meiner Mutter, einen Bikini entdeckte, wusste ich, dass ich so etwas unbedingt auch häkeln/stricken möchte. 🙂

Voller Tatendrang versuchte ich es damals, aber scheiterte kläglich, da ich nur Luftmaschen häkeln konnte und Häkel oder gar Strickschriften pure Verzweiflung bei mir auslösten. Somit schob ich das Thema ganz weit weg.
Und jetzt…jetzt, wo ich eigentlich noch nicht einmal die Figur für so einen Bikini habe, möchte ich genau dieses Teil haben und auch tragen. Ich googlete also die letzten Wochen nach gehäkelter oder auch gestrickter Bademode. Anleitungen zu finden, war nicht schwierig…Nur..das RICHTIGE GARN zu finden, scheint eine Mammutsaufgabe zu sein.

Überall steht bei den tollen Anleitungen „Aber bitte nur zum Sonnenbaden nutzen“. Was soll denn das? Ich möchte doch schwimmen und tauchen. Das ist doch ganz normal mit einem Bikini oder? Ist es nun normal geworden, nicht mehr ins Wasser zu gehen und stattdessen sich zu sonnen? Einige tragen auch den Bikini, um NACH dem Baden etwas TROCKENES anzuziehen. Das verstehe ich ebenfalls nicht. Ich kenne es nur so, dass man nach dem Baden im NASSEN Bikini sich sonnt, um zu TROCKNEN.

Wie dem auch sei…Gestern habe ich passend zum Thema einmal in meiner Lieblingshäkelgruppe bei Facebook nachgefragt, welches Garn sich denn für Bademode eignen würde. Baumwolle und Polyester wurden größtenteils genannt.Baumwolle soll sich aber sehr stark vollsaugen. Polyester scheint wohl die bessere Lösung zu sein. Einig war man sich aber eher nicht. Eine Häklerin schlug mir vor, doch selbst den Test zu wagen, welches Garn sich stärker mit Wasser vollsaugt und sich demnach besser für Bademode eignet.
Gesagt getan….
Ich häkelte jeweils aus Polyacryl und Baumwolle ein kleines Häkelstück und wog dieses trocken und nass. Meine Ergebnisse seht ihr hier:

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mein Bild, mein Häkelstück, meine Anleitung

Das dunkelgrüne Häkelstück ist aus einem Garn aus 100 % Polyacryl gefertigt. Wieso habe ich dieses benutzt? Ich dachte, Polyester ist letztendlich ja auch nur „Plastik“ wie Polyacryl und dieses habe ich da, Polyester leider nicht. Im trockenen Zustand wog mein Häkelstück 1 g.

DSCN2936mein Bild, mein Häkelstück, meine Anleitung

Danach tauchte ich das Häkelstück in ein Glas Wasser. Ich drückte es richtig runter, damit es sich schön vollsaugen kann. Wenn ich mit dem Häkelbikini baden gehe, bin ich ja auch komplett im Wasser und demzufolge wird der Bikini ziemlich nass. 😉

 

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mein Bild, mein Häkelstück, meine Anleitung

Nachdem sich das Häkelstück schön vollgesaugt hatte, nahm ich es tropfnass raus und wog es. Die Waage zeigte 5 g an. Mit so viel habe ich nicht gerechnet. Das Gewicht hat sich verfünffacht. Dann muss die Baumwolle doch noch viel schwerer sein, denn überall heißt es ja, sie saugt sich voll und wird schwer…

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mein Bild, mein Häkelstück, meine Anleitung

Mit dem Baumwollgarn häkelte ich eine Luftmaschenkette bis ich genau 1 g erhielt. Im Trockenen Zustand wiegt es also 1 g.

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mein Bild, mein Häkelstück, meine Anleitung

Ich legte dieses ebenfalls in ein Glas mit Wasser und tauchte es auch unter. Es sog sich schön voll.

 

DSCN2947mein Bild, mein Häkelstück, meine Anleitung

Tropfnass wog ich es und siehe da: 4 g. Dabei habe ich gedacht, es müsste mindestens 6 g und mehr haben. Das Baumwollgarn hat sich also lediglich vervierfacht.

Diese Erkenntnis war für mich sehr überraschend. Ich wollte nun wissen, wieviel schwerer meine normale Bademode wird, wenn sie sich vollsaugt.

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mein Bild

Ich nahm mir also meine Bikinihose und wog sie im trockenen Zustand. Im trockenen Zustand wiegt die Hose 48 g.

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mein Bild

Für die Hose reichte mein Glas nicht, da die Hose komplett im Wasser sein sollte. Also nahm ich ein größeres Gurkenglas. Ihr seht, die Hose ist überall bedeckt mit Wasser.

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mein Bild

Tropfnass wog die Hose 151 g. Demnach hat sich das Gewicht der Hose nahezu verdreifacht. Ich hätte irgendwie mit weniger gerechnet. Es ist doch echt interessant oder nicht? Bademode wird 3mal so schwer im nassen Zustand als im Trockenen…naja..meine zumindest. 😉

DSCN2955mein Bild, meine Finger

Verdreifachen ist aber angenehmer als vervierfachen oder gar verfünffachen. Also brannte ich darauf zu wissen, aus welchem Material meine Hose ist…

80 % Polyamid
20 % Elasthan
Das klingt doch schonmal ganz gut. Nun kann ich mir ein Garn suchen, welches diese Zusammensetzung aufweist.
Werde dann wohl weiter suchen nach dem perfekten Bademode-Garn. 🙂 Auf jeden Fall ist es gut, dass ich nun weiß, 100%  Polyacryl eignet sich doch nicht dafür.
Wünsche euch allen noch einen wolligen Samstagabend 😉
Liebe Grüße

Rini

Hier geht es zur Fortsetzung: Bademode häkeln Teil 2

 

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